Flensburger Hefte

Die Zukunft der Freiheit

ISBN: 978-3-935679-27-5
Einband: kartoniert
Informationen: 192 Seiten
Inhaltsverzeichnis: Download als PDF
Preis: 15,00 €

Kurzbeschreibung

Mit Beiträgen von: Joachim Bauer, Katharina von Bechtolsheim, Stefan Berndt, Michael Engelhard, Jörg und Ruth Ewertowski, Renate Hasselberg, Thomas Jorberg, Ingo Krampen, Henning Kullak-Ublick, Andreas Laudert, Lorenzo Ravagli, Peter Scholl-Latour, Wolfgang Weirauch, Sonja Zekri; 37 sw. Abb.

 

 

Viele ersehnen sie - und erleben sie nie. Andere haben genug von ihr - und können nichts mit ihr anfangen. Für manche ist sie eine Bürde, für andere das eigentliche Ziel des Menschseins, der Individualität.

Freiheit!

Was ist Freiheit? Wer die Freiheit einbüßt, weil er im Gefängnis sitzt, oder wer aufgrund von diktatorischen politischen Verhältnissen weder rechtliche noch geistige Freiheit leben darf, weiß sie erst recht zu schätzen. Die Freiheit zu erringen gehört zum höchsten Gut des Menschen. Freiheit ist die Kraft, die nur der Mensch erringen kann. Kein Tier ist frei, kein Engel ist frei - allein der Mensch besitzt die Fähigkeit, sich zur Freiheit zu entwickeln. Nur er hat die Möglichkeit, sich immer wieder zwischen Gut und Böse zu entscheiden.

In diesem Flensburger Heft lesen Sie sehr vielfältige Beiträge zum Thema Freiheit - über Menschen, denen die Freiheit genommen wurde; über Menschen, die für ihre Freiheit kämpfen; über das nordkoreanische Volk, das noch nie auch nur den Hauch einer Freiheit kennengelernt hat; über individuelle Freiheitserlebnisse; über die Erziehung zur Freiheit; über Freiheit und Geld; über Freiheit und Recht sowie über Freiheit und Karma und Steiners "Philosophie der Freiheit".

 

 

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Immo Lünzer bei Amazon:

Die Frage der Freiheit (und Verantwortung/Selbstbestimmung) ist ein sehr wesentlicher Themenkomplex für den heutigen Menschen.

In diesem Buch nähern sich verschiedene Autoren(Interviewpartner) zeitgemäß diesem Thema.

Grundlegend ist der Beitrag von Lorenzo Ravagli zu dem Thema: "Sieben Gründe, sich mit der 'Philosophie der Freiheit' (von Rudolf Steiner) zu beschäftigen.

Ganz zentral ist das Interview mit Ruth und Jörg Ewertowski zu "Freiheit und Karma", denn Freiheit ist erst zusammen mit der Tatsache von Reinkarnation und Karma (selbstbestimmten Schicksal) verstehbar: "...,dass Karma nicht ohne Freiheit sein kann. Schon Freiheit und Schicksal sind ja ein klassisches Paar. Wir sprechen keinem Wesen Schicksal zu, dem wir nicht gleichzeitig auch Freiheit zubilligen. In genau dem gleichen Sinn, ja noch entschiedener, fordern Karma und Freiheit einander gegenseitig."

Insgesamt ein sehr lesenswertes Werk.

Rezension in: Erziehungskunst 02, Februar 2007
Rezensentin: Friederun Christa Karsch

Bereits der Titel kann neugierig machen. Was soll das heißen: "Zukunft der Freiheit"? Liest man die verschiedenen Beiträge, so wird man zunächst eher geneigt sein, von "Facetten" oder "Aspekten der Freiheit" zu sprechen, die hier zur Darstellung gelangen. Allerdings zeigen sich in der Abfolge der Beiträge jedenfalls "Wege der Freiheit".

Denn wer heute die Freiheitsfrage stellt, muß sich mindestens rechtfertigen, sie überhaupt in Betracht zu ziehen, erscheint uns doch der Mensch mehr denn je in keiner Weise frei, sondern in vielfältiger Weise bedingt, ja geradezu determiniert. Aber gerade derjenige, der aus den offensichtlichen Tatsachen menschlicher Bedingtheit den Nachweis seiner Unfreiheit führen möchte, steht vor dem Faktum, daß just der moderne Mensch, wie noch nie zuvor in der Geschichte, Freiheitsforderungen stellt und das Maß an Menschenwürde in der Gesellschaft an den Graden konkreter Emanzipation und Individuation mißt. Das Freiheitsbedürfnis ist also evident, und es nur als illusionäres Verlangen zu denunzieren, greift zu kurz. So gewinnt der Titel eine erste Berechtigung. Indem von einer "Zukunft der Freiheit" gesprochen wird, ist damit bereits ausgesagt, daß es sich nicht um ein Sein oder Haben handeln kann, sondern allenfalls um eine Perspektive hin zu Freiheit, um ein Werden, einen Prozeß. Die Lektüre des Heftes, dessen neun Interviews von zwei Essays eingeleitet werden und das in einem abschließenden Artikel gipfelt, bestätigt dies durch seinen Duktus. Insgesamt läßt sich nämlich von vier Stufen sprechen, über die hin die Freiheitsfrage bewegt wird: Auf einer ersten Stufe geht es um das Freiheitsverlangen gegenüber äußeren Mächten und Zwängen, auf einer zweiten um eine persönliche Freiheitserfahrung im Inneren, desweiteren auf einer dritten um unterschiedliche Bemühungen um Freiräume - also Teilfreiheiten - im einzelmenschlichen oder gesellschaftlichen Leben und schließlich auf einer letzten um ein Ziel - und zwar um die in der Zukunft zu erringende - Freiheitsfähigkeit, der Individualität durch eine Denk- und Willensschulung aus freien Entschluß. Verkürzt läßt sich diese Stufung auch beschreiben als den Weg von der "Freiheit von", das heißt aus Unfreiheit(en), Bevormundung, Herrschaft, hin zur "Freiheit zu", das heißt selbstverantwortetem, selbstgewähltem Streben und Gestalten aus Einsicht, nämlich der Einsicht, daß "meine" Freiheit nichts bedeutet, wenn sie nicht aus "deiner" Freiheit erwächst. Die Beitragsabfolge des Heftes läßt sich im einzelnen wie folgt beschreiben:

Die Essays von Andreas Laudert kreisen, geradezu empathisch, um das Thema frei sein zu wollen. Michael Engelhard beschreibt seinen persönlichen Weg zum Sich-frei-Fühlen im Ich, wobei aber schließlich für den Leser die Frage nach dem Wozu offen bleibt. Im weiteren arbeitet Henning Kullak-Ublick eindringlich und überzeugend heraus, warum das Bildungswesen, die Schule, Freiheit vom Staat benötigt, um dem heranwachsenden Menschen adäquate Bedingungen der Selbstfindung zu bieten. Wie diese als existentielle Notwendigkeit des Menschseins begründet ist, wird von Ruth und Jörg Ewertowski bewegt und im Kontext des Karma-Begriffs ausgelotet. Allerdings mögen wohl nicht alle Einschätzungen hinreichend zu überzeugen; zurück bleibt der Eindruck einer gewissen Vorläufigkeit der Aussagen. Daß uns im Zeitalter der Globalisierung Freiheit bzw. Unfreiheit gerade auch außerhalb des eigenen europäisch-deutschen Lebensraumes etwas angehen muß, wird von Sonja Zekri am Beispiel Tschetschenien nachdrücklich zur Darstellung gebracht und durch den Blick auf Nordkorea durch Peter Scholl-Latour facettenreich und bewegend ergänzt. Wie mitten unter uns Wege aus selbstverschuldeter Unfreiheit gesucht und im mühsam errungenen, glücklichen Einzelfall tatsächlich gefunden werden können, schildert Stefan Berndt aus eigener Betroffenheit. Denn Verschränkungsverhältnis von Freiheit und Recht widmen sich die klaren und darin hilfreichen Betrachtungen von Ingo Krampen, ist es doch erforderlich, für eine heilsamere soziale Zukunft das hergebrachte Rechtsverständnis aus dem Dreigliederungsgedanken heraus zu überwinden, um ein Rechtsleben der "Verantwortungsfreiheit" zu veranlagen. Im Interview mit Thomas Jorberg wird deutlich, wie ein Wirtschaftsleben, das dem Menschen, d.h. seiner Freiheit dienen soll, davon abhängt, ob ein sachgemäßes neues Geldverständnis Platz greifen kann. So gut die Ausführungen sind, so wäre doch hier mehr Ausführlichkeit vonnöten gewesen, so daß das Wesen des Geldes - und zwar aus dem Bezug zum "Sozialen Hauptgesetz" (Steiner) - zur Darstellung hätte gelangen können. Die Ausführungen des Neurobiologen und Mediziners Joachim Bauer enthalten implizit die Aussage, daß das Gehirn Apparat, d.h. Instrument und eben nicht Subjekt ist, aber eben nur implizit. Sie umkreisen gewissermaßen mit den angeführten Fakten diese dem mitdenkenden Leser überlassene Schlußfolgerung: daß dies Instrument, wenn es "richtig gestimmt" ist und es zu spielen beherrscht wird, dem - unsichtbaren - Subjekt Mensch, dem Ich, zu freier Nutzung zur Verfügung steht. Wie dies erübt werden kann, ist dann Thema des abschließenden Artikels von Lorenzo Ravagli über die "sieben Gründe, sich mit der >Philosophie der Freiheit< zu beschäftigen" - also in nuce mit der Anthroposophie Rudolf Steiners. Die Darlegungen lassen erkennen, daß hier aus individueller Erfahrung formuliert wird, mithin Zeugnis von einem selbstgegangenen Denkweg abgelegt wird. Das ist freilassend und zugleich herausfordernd anregend. Die sieben Gründe in Kurzfassung hier wiederzugeben, wäre daher unangemessen platt.

Und es soll ja das ganze Heft nachdrücklich zur Lektüre empfohlen werden, und zwar gerade auch denjenigen, die sich eine "Erziehung zur Freiheit" auf ihre Fahnen geschrieben haben!

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