Flensburger Hefte

Eurythmie

Aufbruch oder Ende einer jungen Kunst?

ISBN: 978-3-935679-01-5
Einband: kartoniert
Informationen: 204 Seiten
Inhaltsverzeichnis: Download als PDF
Preis: 15,00 €

Kurzbeschreibung

Mit Beiträgen von: Rob Barendsma, Werner Barfod, Jiri Brummans, Jacek Cienciala, Annemarie Ehrlich, Volker Frankfurt, Ima Grabowski, Bettina Grube, Achim Hellmich, Silke Karl, Cornelia Klose, Christina Kopplin, Melaine MacDonald-Lampson, Helga Mattke-Michaels, Dorothea Mier, Friederike Nennemann, Corinna Niel, Arnold Sandhaus, Sven Schneider-Svensson, Alexander Seeger, Claudia Venzky, Arfst Wagner; 10 sw. und 12 farb. Abb.

 

 

Die eurythmische Kunstszene hat in den letzten Jahren wesentlich an Gewicht verloren. Und die Zahl der Studenten an Eurythmieschulen hat weltweit dramatisch abgenommen. Wo liegen die Ursachen für diese Entwicklung? Ist die Eurythmie nach nicht einmal 100 Jahren bereits eine sterbende Kunst? Ein eurythmischer Neuanfang ist nötig, aber unter welchen Bedingungen könnte ein solcher Aufbruch gelingen? Wo werden neue Ansätze für Ausbildung und künstlerische Betätigung in der Eurythmie gesucht? Wo wird geforscht? Wie wird die Zukunft der Eurythmie aussehen? Was will die Bewegungskunst Eurythmie?

Diesen Fragen gehen die Autoren nach. Es kommen verschiedene Persönlichkeiten aus der Eurythmiebewegung zu Wort, die dafür bekannt sind, daß sie neue eurythmische Wege suchen und diese auch ein Stück gegangen sind. Alle Autoren berichten von ihren Erfahrungen und geben so Einblicke in die Werkstatt Eurythmie. Ein auch für Nichtfachleute Interessantes Buch.

 

 

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Rezension in: Die Christengemeinschaft, 12/2001
Rezensent: Michael Heidenreich

Die Eurythmie – ein Kulturfaktor

Die Eurythmieschulen kämpfen ums Überleben. Einige mußten wegen Mangel an Schülern schließen. Tourneen der Bühnengruppen sind kaum noch durchzuführen. Die Säle bleiben selbst bei hervorragenden Aufführungen halbleer. Die Kosten sind fast nicht zu bewältigen.

Ist die Eurythmie bereits nach weniger als 100 Jahren seit ihrer Entstehung eine erstarrte Kunstform, dogmatisch festgelegt? Wie und wodurch kann sie zu neuen Ansätzen kommen? Was ist ihre Botschaft?

In dem hier angezeigten Flensburger Heft legen prominente Eurythmisten in Form von Interviews Zeugnis über ihr Ringen nach einer zukunftsfähigen, authentischen Neugestaltung der Eurythmie aus den geistigen Quellen heraus ab. Sie suchen die "beseelte Bewegungsquelle in der Herzraummitte" (Barfod) und kämpfen um individuelle Ausdrucksformen der objektiv gegebenen Gesetzmäßigkeiten. Von dem Gelingen dieser Gesetzmäßigkeiten hängt ihre Existenz ab.

Es geht aber noch um mehr: Die Elemente der Eurythmie tragen in sich die Möglichkeit, die begriffliche Welt der Anthroposophie in konkret erlebbare Wirklichkeit umzusetzen. Wer sich mit ihnen durchdringt, steht anders zwischen Himmel und Erde, Licht und Schwere, Geist und Stoff. Wir brauchen die Eurythmie als Bühnenkunst, als pädagogisches Mittel und in der therapeutischen Anwendung mehr denn je, um von innen her lebendig und schöpferisch zu sein.

 

Rezension in: Gegenwart, 2/2002
Rezensentin: Angelika Hausammann

Das neue Flensburger Heft über die Eurythmie hat Arfst Wagner gerade zur richtigen Zeit (2001) erscheinen lassen. Sein Titel "Aufbruch oder Ende einer jungen Kunst?" ist aktuell, fast schon brisant und bekommt durch das letztjährige Eurythmie-Festival in Dornach ein doppeltes Gewicht. Die zwiespältige Situation in der Eurythmiewelt wurde dort so beschrieben: "Die Eurythmie stand gestern nah am Abgrund, heute sind wir schon einen großen Schritt weiter, befinden uns im freien Fall." (J. Cooiman)

Hier bietet das Heft in bewährter Art mit Interviews und Artikeln eine vielseitige Auswahl von Standpunkten zur offenen Zukunft der Eurythmie. Die Wünsche und Hoffnungen für die Weiterarbeit mit der Eurythmie, die da geäußert werden, sind allerdings nicht neu. Schon länger lebt es unter den Eurythmistinnen und Eurythmisten, daß wir unsere Kunst stärker individualisieren müssen, daß wir uns intensiver auf die Kunstmittel der Eurythmie besinnen sollten, daß wir es verpaßt haben, uns mit der Welt zu verbinden, daß wir nicht resultat-, sondern nur prozessorientiert vorankommen werden.

Am meisten hat mich persönlich der einführende Artikel von Arfst Wagner angesprochen, in dem er am Schluß einen Aspekt anführt, der für mich eine neue und wichtige Facette für die Zukunft der Eurythmie zeigt. Wagner zitiert dort Rudolf Steiner, der sich wiederum auf den Kunsthistoriker Hermann Grimm beruft. Grimm sieht bei Goethe das als das Wichtigste an, daß er alles, was er geschaffen habe, aus dem vollen Menschen herausgeholt hätte. Nicht in Goethes Dichtungen liege seine Zukunftsbedeutung, sondern in seinem universellen Geist. Ab dem Jahr 2000 seien wir Menschen in der Lage, dieses volle Menschentum als Qualität zu erkennen. Von hier aus schlägt Wagner - ganz vorsichtig - die Brücke zur Eurythmie, die das Vollmenschliche immer in sich trägt ... Sicher ist das keine direkte Lösung für die kritische Lage der Eurythmie. Aber für mich kann sich die Eurythmie damit wieder in einen größeren Zusammenhang hineinstellen, der neue Perspektiven eröffnen könnte.

Eine wichtige Ergänzung zu den Berichten der erfahrenen Eurythmistinnen und Eurythmisten bietet Wagner in einem Interview mit einer freien Studentengruppe, die nun wirklich ihre eurythmische Zukunft noch vor sich hat und mit ihren unkonventionellen und freien Äußerungen viele Anregungen zum Nachdenken gibt.

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