Flensburger Hefte

Gegen das Elend der Welt

Eine Reise nach Afghanistan

ISBN: 978-3-935679-07-7
Einband: kartoniert
Informationen: 200 Seiten
Inhaltsverzeichnis: Download als PDF
Preis: 15,00 €

Kurzbeschreibung

Mit Beiträgen von: Matin Baraki, Amin Farhang, Mathias Greffrath, Amanullah Haiderzad, Klaus-Dieter Neumann, Michael Pohly, Soraya Rahim, Hamid Sidiq, Johannes M. Wagner, Wolfgang Weirauch; 21 sw. und 16 farb. Abb.

 

 

Die Kluft zwischen den reichen westlichen Ländern und den armen Ländern des Südens wird immer größer. Unter dem Mantel der Globalisierung hat sich eine neue Kolonisierung der Südländer durch die Konzerne und die Regierungen der Nordländer breitgemacht., die schon längst nicht mehr tragbar ist. Das Elend der Menschen in den armen Staaten schreit zum Himmel und droht, die Weltgemeinschaft zu sprengen.

Afghanistan ist eines dieser Länder. Es gehört nicht nur zu den ärmsten Ländern der Welt, sondern steht beispielhaft für ein Land, auf dessen Rücken durch Konzerne, Staate, Finanziers, Fanatiker und internationale Terroristen über Jahrzehnte Interessenpolitik betrieben worden ist. Das Ergebnis: Millionen Tote, Verletzte und Flüchtlinge und ein zertrümmertes Land.

Neben Beiträgen über die Globalisierung und das Netzwerk Attac schildert dieses Buch eine Reise nach Afghanistan. Wir zeigen in Interviews die politische Geschichte und aktuelle Lage dieses Landes. Gleichzeitig beschreiben wir den Versuch einer humanitären Organisation - Kufa e. V. -, einen Beitrag zur Hilfe in Afghanistan zu leisten.

 

 

Rezension bei Amazon

Rezensentin: Kathrin Ehrenspeck

Wer bekommt Afghanistan? Niemand, nur die Afghanen! Zu dieser Hoffnung ruft das Buch schon mit den ersten Zeilen.
 Denn zunächst berichtet ein Interview mit Matthias Greffrath über das Programm von Attac, dem globalisierungskritischen Netzwerk. Allein dieses Interview reicht schon, um schockiert zu sein - von den Informationen, die einem da geboten werden, von den Zusammenhängen, die sich durch ihre Dichte zeigen, und von ihrer Unausweichlichkeit. Vollends erschlagen ist man, wenn man im zweiten Interview die Verflechtungen in der Afghanistan-Politik von Martin Baraki erzählt bekommt. Es ist eine Maffia-Geschichte, ein brutaler Krimi zwischen den Weltmächten und den "Kleinen" um die Beute Afghanistan. Attacke!!!! Nieder mit den Verbrechern!


Dann berichtet Wolfgang Weirauch, der Herausgeber, über eine eigene Reise in dieses Land, auf der er die Spuren des vergangenen Elends findet - an dem mich am meisten erschüttert hat, dass auch der Islam selbst vollkommen am Boden gewesen sein musste, denn wenn es zum Beispiel wahr ist, dass wegen der Verbote der Taliban Witwen und ihre Kinder verhungern mussten, dann hat auch die Großfamilie und die muslimische Gemeinschaft versagt.
 Weirauchs Reise strandet nicht im Elend, er besucht ein Frauenprojekt und ein Waisenhaus, die nach dem Sturz der Taliban ins Leben gerufen worden waren. Die große Bedeutung, die die Rückkehr des Königs für das Land hatte, wird in einem Interview mit dessen Empfangschef gewürdigt, Soraya Rahim aus dem Frauenministerium kommt zu Wort, Armin Farhang, der Minister für Wiederaufbau erzählt von einem Erlebnis aus der Gefangenschaft, von einem alten Mann, der die Folter der Taliban in Würde überstanden hat. Und berichtet dann von den Projekten seines Ministeriums. Der Bildhauer Amanullah Haiderzad spricht von seinem Vorhaben, wenigstens eine der zerstörten Buddhastatuen wieder zu errichten. Es ist erstaunlich, wie viel man wie schnell in einem Land errichten kann, in dem nichts ist.....


 Und alles das ist schon wieder 7 Jahre her. Inzwischen haben Deutsche bei einer Militäraktion getötet und Obama hat seine Truppen aufgestockt. Und Attac wird Konturlosigkeit und Inkompetenz vorgeworfen, man hört nicht mehr so viel davon wie noch vor wenigen Jahren. Also gehört das Buch in den Müll? Nein, ich glaube eher, es gehört auf den Altar. 2002 hat es von Aktuellem berichtet, heute erinnert es an Schrecken, die sich nicht wiederholen dürfen, die aber immer noch möglich sind. Und es erinnert an Hoffnungen, die nicht aufgegeben werden dürfen.

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