Flensburger Hefte

Gedächtnis und Erinnerung

ISBN: 978-3-926841-74-2
Einband: kartoniert
Informationen: 184 Seiten
Inhaltsverzeichnis: Download als PDF
Preis: 15,00 €

Kurzbeschreibung

Mit Beiträgen von: Michael Alberts, Hartmut Fahnenstich, Thomas Höfer, Ernst-Michael Kranich, Hans J. Markowitsch, Klaus-Dieter Neumann, Brita Rentsch, Hardy Tasso, Wolfgang Weirauch; 73 sw. Abb.

 

 

Das menschliche Gedächtnis ist eines der großen Rätsel der Naturwissenschaft. Zwar sind inzwischen zahlreiche Zusammenhänge zwischen Gehirnleistungen und Gedächtnisprozessen bekannt, aber die Frage, wie aus Gehirnprozessen z.B. bewußte Erinnerungen werden, ist bis heute nicht einmal im Ansatz geklärt. In diesem Buch geben wir einen Einblick in den aktuellen Stand der naturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung und zeigen auf, welche Anstöße von einer anthroposophischen Weltsicht für das Verständnis des Gedächtnisses und der Erinnerung ausgehen können.

Weitere Themen: Die Anwendung psychometrischer Testverfahren zur Erkennung von Gedächtnis-, Hirnleistungsstörungen und Demenz - z.B. Alzheimer -, die Arbeit einer Memory Clinic und Fragen der Therapie.

Ein spannender Übungsteil bietet die Möglichkeit, die eigene Gedächtnisleistung zu prüfen, und stellt Methoden zur Steigerung der Merkfähigkeit vor.

 

 

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Rezension in: Mitteilungen der Rudolf Steiner Schule, Biel, Nr. 79/1997

Vorliegendes Heft bringt eine bunte Palette von Aufsätzen und Interviews zum Thema Gedächtnis und Erinnerung. Prof. Hans J. Markowitsch orientiert uns über die verschiedenen Gedächtnisformen im Zeitlichen wie im Räumlichen und macht die Schwierigkeiten sichtbar, die die Entstehung von Bewußtsein aus dem nervösen System zu erklären. Der erfolgreiche Waldorfschullehrer und Schriftsteller Dr. Ernst-Michael Kranich weist auf den autonomen Bereich hin, in welchem die Prozesse von Gedächtnis und Erinnerung sich abspielen. "Wer Gedächtnis und Erinnerung rein anatomisch und physiologisch interpretiert, hat einen großen blinden Fleck." Obgleich Erinnerung, Erinnern und Gedächtnis übersinnlicher Natur sind, bedürfen sie des Gehirns, ebenso wie wir zum Sehen eines intakten Auges bedürfen. "Das Gehirn ist das leibliche Organ des Denkens" (Steiner). In einem tiefschürfenden Aufsatz "Lebendige Formen schaffen" geht Klaus-Dieter Neumann von Goethes bildhaftem, plastischen, phänomenologischen Denken aus und weist Wege zu einem lebendigen Erinnerungsbild, das auch die evolutiven Vorgänge einfangen und verfolgen kann. Menschenkundliche Orientierungen helfen, die schwierigen Prozesse auf den verschiedenen Wesensstufen des Menschen zu verstehen. Dies ist der wesentlichste Aufsatz, um die Gebiete von Wahrnehmungen, Erinnerungen, Empfindungen erkenntnismäßig zu unterscheiden, zu gliedern und zu durchschauen.

Der zweite Teil des Heftes ist ganz praktischer Natur. Wolfgang Weirauch bringt einen Kratten voller Gedächtnisübungen und Tests, die uns helfen, unser Erinnerungs- und Merkvermögen zu stärken. Von besonderer Aktualität sind die drei letzten Arbeiten, die sich mit dem alten Menschen beschäftigen, steigt doch der Anteil der alten Menschen von Jahr zu Jahr. "Die Alterspyramide entwickelt sich zum Pilz." Hartmut Fahnenstich führt uns in die Tätigkeit der Memory Clinic Essen ein, wo versucht wird, Gedächtnisstörungen im Alter zu heilen oder zu mildern. Freilich: Alzheimer kann man nicht vorbeugen.

Dann äußert sich noch Britta Rentsch, die an der Privatuniversität Witten einen Dienstleistungsbetrieb zur Messung des eigenen Gedächtnisses führt und zur Früherkennung von Alzheimer ein Gedächtnisspiel "Der knifflige Turm" ausgearbeitet hat. Hardy Tasso erzählt von einem Altenpflegeheim in Hamburg, wo mehrheitlich Frauen leben: "Altersdemenz - Leben im Vergessen" wird der Beitrag betitelt.

Viele Kreise spricht dieses Heft persönlich an.

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